ZWEI WIE WIR – Rezension

OZ – 20.03.2018

Probleme mit der Grammatik der Liebe

„Zwei wie wir“ hatte Premiere in Rostock

Thorsten Czarkowski

Rostock. Dies ist ein klassisches Zweipersonenstück, eine Beziehungskomödie dazu: „Zwei wie wir“ hatte am Sonnabend in der Compagnie de Comedie Premiere, inszeniert von Manfred Gorr. Es sind Nora (Katja Klemt) und Rudy (Peer Roggendorf), die sich vier Jahre nach dem Beziehungsende wiederbegegnen und ihre gemeinsame Zeit Revue passieren lassen. Von der ersten Begegnung bis zu den schweren Krisen wird hier die Grammatik der Liebe durchdekliniert.

Der kanadische Erfolgsautor Norm Forster hat in diesem Stück auch jene Beziehungsprobleme überspitzt, wie sie in der westlichen Welt gang und gäbe sind. Da kann schon mal eine falsche Kaffeesorte das Aus bedeuten. Dies neurotische Auswüchse stören die ganz normale Sehnsucht nach Zweisamkeit. Damit quälen sich Nora und Rudy auch herum. „Da haben zwei Menschen geheiratet, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Mann und Frau“, sagte Comedian Olaf Schubert einmal über eine Hochzeit im britischen Königshaus. Diese Einschätzung gilt wohl auch hier.

Katja Klemt und Peer Roggendorf spielen engagiert, oft unterstützt vom Gitarristen Matthias Kaye – mit den gemeinsam gesungenen Songs bekommt das Stück etwas musicalhaft Schwungvolles. Ein klappbares Bühnenbild, das die Schauspieler selbst bedienen können, illustriert die Rückblenden. „Das perfekte Theaterstück für das erste Date“ – das war das Urteil eines kanadischer Kritikers. Doch allerlei Beziehungsprobleme, die sich hier auftürmen, könnten dem zarten Pflänzchen einer jungen Liebe schaden. Auch wer sich in einer festen Beziehung sicher wähnt, bekommt einen großen Problemkatalog serviert. Wer aber die Theaterbühne wie einen Guckkasten betrachtet, kann hier viel Spaß haben. Weitere Vorstellungen: 25. März um 18 Uhr, 6. April um 20 Uhr und 20 April um 20 Uhr in der Bühne 602 (Rostock, Warnowufer 55)