Till Eulenspiegel – NNN Anika Naumann

Knallbunter Auftritt für „Till Eulenspiegel“
Premiere von „Till Eulenspie-gel“ auf der Bühne im Kloster-garten

„Die Welt, die will betrogen sein!“, zu dieser Schlussfolgerung kommt Till Eulenspiegel bei seinen Wanderungen durch das Land. Der weltweit bekannte schelmische Querulant besucht nun den Rostocker Klostergarten. Die Compagnie de Comédie/ Bühne 602 bringt in diesem Sommer vier Fastnachtsspiele nach Hans Sachs zur Aufführung. Bei der Premiere am Freitag lockte sie zahlreiche Besucher in den Klostergarten und sorgte für eine ausverkaufte Bestuhlung.
Der Nürnberger Dichter Hans Sachs schrieb im 16. Jahrhundert Fastnachtsspiele und verwendete hierfür auch Eulenspiegelgeschichten. Die Geschichten von Till Eulenspiegel sind über 500 Jahre alt und entstammen einem anonym erschienenen Prosaroman, der schon bald ein internationaler Bestseller in über 280 Ländern wurde. Als Sinnbild der Schadenfreude und des Spottes gilt Till Eulenspiegel und ist wohl der bekannteste Narr der Welt.
Im Klostergarten genoss das Publikum nach einer kurzen Einfindungsphase in die Sprache des 16. Jahrhunderts, in Versform vorgetragen, die bitterbösen Streiche des Eulenspiegels und die knallbunten Kostüme. Ausstatterin Birgit Schöne hat sich wirklich einiges einfallen lassen, um die aberwitzigen Geschichten noch grotesker wirken zu lassen. Bezeichnenderweise ist es nicht Till Eulenspiegel, hervorragend dargestellt von Eugen Krößner, der immer wieder in unterschiedlichen verrückten Kostümierungen auftritt, sondern vielmehr die vermeintlich normale Bevölkerung. Eulenspiegel hält ihr mit seinen Scherzen den Spiegel vor, um sie auf ihre absurden Konventionen und Dummheiten aufmerksam zu machen. Lydia Wilke, Marcus Möller und Peer Roggendorf sorgten schon allein durch ihre wechselnden Kostümierungen für zahlreiche Lacher, mal als Bauer mit Goldfischglas auf dem Kopf und Huhn am Gürtel, mal als einäugige Wirtin mit Plastikbecherkopfbedeckung. Nicht nur die Kostümwechsel auch die sprachlichen Herausforderungen meisterte das Schauspielerquartett bravourös. Regisseurin Sonja Hilberger kreierte eine farbenfrohe Inszenierung, für die es zurecht viel Applaus gab.

Weitere Vorstellungen: 24., 30. Juni sowie 02., 05., 07., 09., 11., 17., 25. und 30. Juli