Der Urknall – Premiere 30.03.2019 – NNN Anika Naumann

NNN, Anika Naumann

Grandios inszenierte Weltgeschichte
„DER URKNALL The Big Bang“ feiert Premiere auf der Bühne 602

„Eins, zwei, drei im Sauseschritt vergeht die Zeit und wir geh‘n mit.“ Diesem Motto folgend wurde das Premierenpublikum von „DER URKNALL The Big Bang“ auf der Bühne 602 zu einer vergnüglichen Reise durch die Weltgeschichte mitgenommen, komprimiert auf 90 Minuten.
Dieser aberwitzigen Herausforderung stellen sich zwei Möchtegern-Theaterproduzenten, die das aufwändigste und teuerste Musical aller Zeiten geschrieben haben und nun Geldgeber suchen. „Als zukünftige Investoren heiße ich Sie herz-lich willkommen!“, begrüßen beide das Publikum, das sich in einem Verkaufsgespräch wiederfindet. Zwölf Stunden soll ihre Show dauern, verteilt auf vier Abende, dass mit 83,5 Millionen Dollar die höchsten Produktionskosten aller Zeiten aufweist. Um ihr Musical produzieren zu können, haben die Schöpfer potenzielle Investoren (das Publi-kum) in eine geliehene Wohnung eingeladen, um eine Probevorstellung ihrer Ge-sangs- und Tanzrevue über die Geschichte der Zivilisation zu präsentieren. Leider ha-ben sie vergessen, hierfür Requisiten und Kostüme zu besorgen. Zudem besteht die Notwendigkeit, dass sie alle Rollen selbst übernehmen. So muss improvisiert werden. Alles in Reichweite wird genutzt, von der Häkelnadel bis zum Zwiebelzopf, um be-kannte Persönlichkeiten der Weltgeschichte darzustellen. Anstatt von der Bühne zu eilen, um Kostüme zu wechseln, zerlegen die Schauspieler nach und nach die Woh-nung. So wird auf geniale Art und Weise aus einem Vorhang, einem aufgestülpten Kissen und vor den Knien gespannten Pantoffeln der kleinwüchsige Napoleon.
Dieser Einfallsreichtum in Abwesenheit echter Kostüme und Requisiten ist wohl die fröhlichste Stärke der Show. Kein Wunder, dass das Comedy-Musical von Boyd Gra-ham und Jed Feuer seit 2000 sehr erfolgreich in New York läuft. Erstaunlich ist, dass es auch in Rostock funktioniert. Die beiden Schauspieler Marcus Möller und Peer Rog-gendorf, begleitet von Philipp Krätzer am Klavier, gelingt ein komödiantisches Feu-erwerk, welches das Publikum von der ersten Minute an begeistert. Möller und Rog-gendorf präsentieren historische Persönlichkeiten wie Adam und Eva, Columbus oder die Mütter von Gandhi und Jesus. Wohl jeder im Publikum hätte den beiden Geld für ihre Musicalproduktion gegeben. Vor ausverkauftem Haus gelingt der Bühne 602 un-ter der Regie von Manfred Gorr eine weitere, sehr beeindruckende Premiere, die für riesigen Applaus sorgte und die Schauspieler zu zwei Zugaben nötigte.

Weitere Vorstellungen: 12. und 25.04.

          

Foto: Frank Neumann